Über uns

Vorwort 

Aller Anfang ist schwer! Der Weg hierher war nicht immer einfach für mich. Aber jede Entscheidung, die man im Leben trifft, lässt einen an Lebenserfahrung dazu gewinnen. 

Bevor ich zu "meiner Geschichte" komme, stellt Ihr euch sicher die Frage: 
Warum einen weiteren Blog - wo es doch schon gut 300.000 deutschlandweit gibt?
Die Antwort: keine Ahnung. Meine Geschichte ist genau so uninteressant oder 
interessant wie die eines jeden anderen Einzelnen. 
Ich freue mich wenn Sie euch gefällt und bin gespannt wo die Reise hiermit hingeht.

wer bin ich?

Meine Freunde nennen mich Jana, na ja gut, alle anderen eigentlich auch. Geboren bin ich im Dezember 1985 und das Osnabrücker Land war schon immer mein Zuhause. Verheiratet bin ich mit dem verständnisvollsten Nicht-Pferde-Menschen, den ich je kennengelernt habe. Zu unserer kleinen Familie gehören noch Mopsi 🦁 unser Stubentiger (*2010) und Gracie 🦄 unsere Holsteiner Stute (*2011). Die Hannoveraner Stute Beverly (*2016) wird mir seit Sommer 2021 zur Verfügung gestellt und hat ebenfalls einen großen Platz in unserer Familie und meinem Herzen eingenommen. 

Es war einmal...

Ein entzücktes Quicken!


... beim Anblick eines Pferdes - das wohl typische Verhalten von (fast jedem) kleinen Mädchen. Auch mir ging es so. Schon von klein auf hat mich alles fasziniert, was vier Hufe hat und wiehert. Der Duft von Heu, die Reitgummistiefel als liebstes Schuhwerk und das der Schweif ordentlicher verlesen war, als die eigenen Haare gebürstet, gehörten spätestens ab dem 8 Lebensjahr auch zu meinem glücklichen Kinderalltag! Jedes Pferd, das man auf einer Weide entdeckt hat, musste mit selbst gepflücktem Gras gefüttert werden. Die ersten Reiterferien, der erste Unterricht im Verein auf den geduldigen Schulponies, das Herzklopfen vor dem ersten Reitschulwettbewerb, die erste Schleife - das waren noch Zeiten... *seufz*

Mit 11 Jahren hatte ich ein eigenes Pflegepony. Eine dunkelbraune Ponystute, um die ich mich 7 Tage die Woche - 365 Tage im Jahr gekümmert habe. Eine wunderbare Lehrmeisterin, mit der ich soviel erleben durfte: Ohne Sattel über Stock & Stein bis hin zu ersten Platzierung in einer E-Dressur. In den sieben wundervollen Jahren, lernte ich nicht nur eine Menge von Ihr, sondern vor allem auch was es heißt für ein Lebewesen die Verantwortung zu tragen. 

Aber wie es manchmal kommt, wenn man nicht Besitzer sondern Reitbeteiligung ist: Irgendwann endet der gemeinsame Weg und man hat keinerlei Einfluß darauf. 

Ein Pferd ohne Reiter bleibt ein Pferd.
Aber was ist ein Reiter ohne Pferd? 

das erste eigene Pferd

Das alljährliche Vereinsturnier - Freude und Leid zu gleich. 

Mein Papa fuhr mit mir zum Zuschauen zum Turnier. Natürlich freute ich mich! Nur war ich auch traurig und neidisch all diese glücklichen Pony-Mädchen reiten zu sehen. Dort traf ich eine alte Klassenkameradin, die mir verkündete, dass Sie bei sich auf dem Hof das "perfekte Pferd für mich" stehen habe. 

Ja nee is klar!! War mein erster Gedanke. 
Eine eigenes Pferd stand aus vielerlei Sicht gar nicht zur Debatte. Aber wie es der Zufall so wollte, schaute ich mir das "perfekte Pferd für mich" wenigstens mal aus der Nähe an. 

Ein braunes und ein blaues Auge

beobachteten mich frech & neugierig in sicherem Abstand hinter dem 1,80 m großen Weidekumpel. "Mr. Dundee heißt er, aber wir nennen Ihn nur Fischi - wegen dem blauen Auge. Wenn du möchtest kannst du Ihn erst mal eine Woche lang reiten." waren die Worte von Fischi´s damaliger Besitzerin. Eine Woche später war das 5-jährige deutsche Sportpferd mein erstes eigenes Pferd. "Natürlich" kauften wir den dunkelbraunen Wallach ohne AKU. 
Wir hatten kein Equipment, er war viel zu jung für mich und als Dressurreiterin musste es natürlich ein Springpferd sein. 
Also eigentlich passte nichts und doch passte er perfekt - für mich! 

Als verantwortungsbewusste Pferdebesitzerin machte ich mich mit dem Springreiten vertraut. In den ersten drei Jahren gab es mehr Tiefen als Höhen und er testete mich wo er nur konnte. "Muss ich das wirklich?" "Bist du dir sicher das du hier lang willst?" "Wenn ich aber heute keine Lust habe auf Springen...?" und so weiter und so weiter...

Letzten Endes wurden wir aber genau durch diese drei anstrengenden, schwierigen und herausfordernden Jahre ein Team. Er vertraute mir blind, denn er wusste ich würde nie etwas von ihm verlangen, das ihm schadet und ich vertraute ihm blind, denn ich wusste er würde immer auf mich aufpassen. Er begleitete mich durch viele schwere Lebensphasen, wie die Krebserkrankung und den Tod meines Vaters. Weit mehr als nur ein Pferd, Freund und Familienmitglied, war er für mich meine & alles.

Seine Krankengeschichte begann im Alter von 20 Jahren.
Letzten Endes musste ich Ihn viel zu früh im Alter von 22 am 15. Mai 2019 gehen lassen.

Glitzersternchen

Wie das Schimmelchen zum Mädchen fand. 

"Du ohne Pferd? Das funktioniert nicht." Diese Entscheidung hat mein Mann getroffen. 
Natürlich war mein Plan bei der Pferdesuche einen kühlen Kopf zu bewahren und neben der reinen „Bauchentscheidung“ möglichst viele Vor- und Nachteile abzuwägen. Ich hatte mich vorbereitet, eine Liste geschrieben, was das Pferd mitbringen muss, welche Kriterien sollen auf jeden Fall erfüllt werden, welche wären schön und welche wären ein No Go.  

Das Probereiten

Erstes Pferd, erstes Probereiten und zwei Stunden bis der Knoten in meinem Kopf endlich geplatzt war und ich aufsteigen konnte. 
Rudi - ein brauner Wallach. Er drehte brav seine Runden mit mir, der Funke sprang nicht über. Zweites Pferd. Caillou, ein hübscher Wallach von einem Bekannten. Sein Ausbildungstand auf L-Niveau, nur etwas "nervös" bei fremden Reitern. Kein Problem, passt. Leider entpuppte sich der kleine Sorgenmann als traumatisiert und nicht nervös. Die gute Nachricht: ich bin nicht runter gefallen. Die schlechte Nachricht: ich konnte mir eine gemeinsame Zukunft nur bedingt vorstellen. Einem Pferd welches in jungen Jahren schlechte Erfahrungen gemacht hat, die Chance zu geben, wieder Vertrauen zum Menschen zu finden? Auf jeden Fall! Nur musste ich mich fragen, ob ich bereit war viele Jahre mit Rückschlägen hinzunehmen, bis wir vielleicht irgendwann eine sorgenfreie Runde drehen könnten? Egoistisch? Ja. Nur nach der tiefen Bindung, die "Fischi" & ich hatten, eine schlechte Voraussetzung auch mir nochmal das Vertrauen in ein neues Herzenpferd zu geben. Also: Bauchentscheidung ja, Kopfentscheidung nein. Tatsächlich denke ich heute noch an Caillou und hoffe sehr das er ein passendes Zuhause gefunden hat.

Die Anzeige 

ist mir auf dem Online-Pferdemarkt-Portal sofort aufgefallen und ich kann nicht sagen wieso. Es waren keine durchgestylten Bilder in tollen Posen, der Beschreibungstext sehr kurz und knackig, die Entfernung zu „weit“, die Abstammung zu springlastig, das Pferd zu groß und der Name "Glitzersternchen".
Trotzdem war da ein Gefühl. Also Termin zum Probereiten vereinbart.
Drittes Pferd. Nach der zweistündige Autofahrt waren meine Erwartungen nicht besonders hoch. Dann kam Sie um die Ecke, (gefühlt) riesig und mit etwas Stroh im Schopf und sandig am Bauch und Beinen. Der Blick: wach, neugierig, freundlich. Ich: vollkommen hin und weg! Meine Liste? Was für eine Liste? Ach ja, diese Liste! Mit den Kriterien und so... 

Putzen & Satteln - kein Problem. Das Probereiten, natürlich auf dem großen Außenplatz mit dem all-around-Paket: Hunde, Traktoren, Sprünge, Wind, Rasensprenger - kein Problem.

Es war Liebe auf den ersten Ritt. 

Das zweite Probereiten. Die AKU - ja wir haben diesmal eine gemacht - bestand Sie mit Bravour. Sie ist nicht perfekt und das ist auch gut so. Ich denke kein Pferd ist anatomisch perfekt und wer auf so ein Ergebnis bei der AKU hofft, wird laaaaaaaange suchen müssen.

Letzten Endes hat mein Schimmelmädchen sogar viele Punkte auf meiner Liste erfüllt, das war aber nicht meine Kaufentscheidung. Nach unserer ersten Begegnung wusste ich einfach: Die oder keine!!

der Name

Jahrelang hatte ich gekämpft Dundee als Fischis Namen im Stall zu etablieren. Erfolglos. Ich selber habe eine Änderung meines Namen hinter mir. Aus diesem Grund ist Namensgebung ein wichtiges, emotionales Thema für mich.
Glitzersternchen, Spitzname "Glitzi" hieß mein Schimmelmädchen beim Kauf. Ihre Züchterin erzählte mir die Geschichte zum Namen. Eine sehr sehr schöne Geschichte. Aber nicht Unsere. Lange dachte ich darüber nach, was ich tun sollte...
Achtung: Kitsch! 
... als ich eines Nachts träumte, wie mein Schimmelmädchen mit Fischi zusammen auf der Wiese stand und graste. Friedlich und perfekt. Ich rief im Traum ihren Namen: Grace. Als ich aufwachte, war mir klar wie mein Schimmelmädchen heißen soll.

eBay Kleinanzeigen - oder wie ich es seit kurzem auch nenne: 
das Tinder der Pferdewelt!

Denn so hat sich im Frühling 2021 ein perfektes "Match" ergeben! Meine Anzeige: "Pferd zur Verfügung gesucht" - 3000 Klicks, 20 Anfragen, 100% Frustration.
Dann... am 06. April bekam ich eine lange Antwort. Ein noch längeres Telefonat und drei Wochenendbesuche später war nicht nur klar das die hübsche, große 5-jährige Hannoveranerstute Beverly erstmal auf unbestimmte Zeit bei uns einzieht, sondern auch das ihre pferdeverrückte & liebevolle Züchterin nie wieder aus meinem Leben wegzudenken ist! 
Büffelig, liebevoll, verschmust und ehrlich - das in meinem Herzen Platz für mehr als ein "Herzenspferd" ist, weiß ich spätestens seit Fischi & Grace. Somit war mir schnell klar, Bevi irgendwann wieder gehen zu lassen, wird schwer...

Das sind wir